Das Lied von der Glocke, Schiller

(Ausschnitt aus dem Zügle-Forum)


Abgeschickt von Miche am 14 Maerz, 2000 um 11:50:43:

In "Das Lied von der Glocke", von Friedrich Schiller ist mir der Vers aufgefallen, in dem es heißt:

Dieses Stäbchen tauch ich ein,
Sehn wir's überglast erscheinen,
Wird's zum Gusse zeitig sein.

Nun hab ich mich gefragt, was er damit sagen möchte!
Mit Oli hab ich darüber schon diskutiert, aber wir hatten nicht die gleichen Ansichten.
Ich schreib sie mal als Antworten rein, was wir dazu sagten und wir warten auf eure Meinungen.


Abgeschickt von Oli am 14 Maerz, 2000 um 11:52:10:

Nun ja, wie die erste Zeile eindeutig beschreibt, handelt es sich hierbei
um einen sexuellen Akt, allerdings von "Minderbemittelten" (Warum sonst
sollte er die Bezeichnung "Stäbchen" verwenden). Danach ist eine
Mehrdeutigkeit von penetranter Imperdinenz zu erkennen. Handelt es sich
dabei etwa um einen Indikator, der die Zeugungsbereitschaft anzeigt? Ist
überflüssig, da - wie wir alle wissen - ein richtiger Mann ohnehin immer
kann und v.a. auch will! Sollte er etwa von einer Erektionshilfe reden?
Glas ist ja bekanntlich ein sehr hartes Material. Die Gefühlsechtheit lässt
aber zu wünschen übrig. Möglich wäre natürlich auch, dass das Thema "Saver
Sex" auch zu Schillers Zeiten schon groß geschrieben wurde (sonst hieße es
ja auch "saver sex") und mit dem glasförmigen Überzug der Mann vor den
gebärwilligen und aus diesem Grunde schwanzfressenden Ungeheuern, deren
Namen ich nicht aussprechen möchte geschützt werden soll? Ein zweifelhafter
Schutz, da die o.b. Härte des Materials auch unweigerlich eine enorme
Zerbrechlichkeit mit sich bringt, was dann schon wieder in dem Bereich SM
einzuordnen wäre. Und der Guss ansich - dieses leidige Thema - ist er ein
Zeichen für das Ende der Freuden oder für die Chance eines neuerlichen
Anfanges (hier wieder die Frage des Könnens und Wollens)? Der "Gusse
zeitig"? Das deutet doch auf eine frühzeitige Ejakulation hin? Zu diesem
Thema kan ich überhaupt nix sagen, weil mich dieses Problem nicht betrifft.
Damit bleibt nur zu sagen, dass Schiller - die alte Wildsau - sehr poetisch
Probleme anspricht, jedoch nicht löst, die auch in der heutigen Zeit noch
ihre volle Gültigkeit besitzen und wahrlich zu einem Verfall der
Gesellschaft führen können.

Oli


Abgeschickt von Miche am 14 Maerz, 2000 um 11:53:32:

Nun ja, dieser Gedanke ist mir auch schon gekommen, wobei ich bei "überglast" eher an ein Gleichniss gedacht habe. Und zwar in dem Sinne, daß das "Stäbchen" (hatte er dann auch Erdnüsschen??) glänzt wie Glas, also von "female juice" überzogen ist.
Sprich, die Schlampe ist recht feucht.

Und mit dem "wird´s zum Gusse zeitig sein" dachte ich vielleicht an "Schatz, ich bin jetzt so weit". Ob das mit Frühzeitiger Ejakulation zu tun hat, weiß ich auch nicht, aber es könnte einfach auch nur der Zeitpunkt des Kommens gemeint sein. Der in den meisten Fällen bei Vollzug des Aktes Vorkommt, da beim Manne die Form des "trockenen Orgasmuses" doch eher selten ist.


Abgeschickt von Xande am 14 Maerz, 2000 um 13:37:37:

Um nun hier mit Goethes Faust zurückzuschlagen(was für eine Mehrdeutigkeit):
"Hier steh ich nun ich armer Tor, und bin so klug als wie zuvor"

Ich meine damit ist doch wohl klar, das auch die Typen aus der großen
Weltliteratur eigentlich keinen großen Plan vom Ficken hatten, oder?
Zumindest nicht mit Verwendung von irgendwelchen Sexspielzeugen, wie
Glasstäbe oder ähnliches, die bei falscher Anwendung zu sehr ernsthaften
Verletzungen führen können.
Aber wie sollen sie auch. Glas war damals nämlich noch ziemlich teuer.

Also Ciao

X.